Die früheste offizielle Urkunde, in der Monticchiello erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 973: der Markgraf Lamberto Aldobrandeschi gab es für eine beachtliche Summe als Pfand an die Abtei Badia Amiatina. In den darauffolgenden Jahren unterstand Monticchiello der Römischen Kirche und im Besonderen dem Deutschen Orden, dessen Ritter ans Kämpfen gewöhnt und damit geeignet waren, dieses Grenzland unter Kontrolle zu halten. Ihre Herrschaft dauerte bis 1230. Ab dann war das Orcia-Tal von mehreren Konflikten betroffen, die in einen regelrechten Krieg zwischen Siena und Florenz ausuferten.
Der "casus belli" bestand in der Streitfrage, ob die Festung von Montepulciano Siena oder Firenze zuzuordnen sei. Monticchiello stellte sich auf die Seite Sienas, was das Leben im Kastell und seiner Gemeinde in den darauffolgenden Jahren prägte. 1249 setzte Siena den ersten Vikar ein, der seinen Sitz in San Quirico hatte und Monticchiello in Namen des Podestà regierte. In Wirklichkeit hatte aber Siena die Kontrolle über Monticchiello, da die Beamten und das Militär direkt von dort eingesetzt wurden.
So spielte Monticchiello die Rolle eines Sieneser Vorpostens an einer heiklen Grenze, in Opposition zum Florentinischen Montepulciano, und eines Stützpunktes an der Ostgrenze zu den Maremmen und dem Monte Amiata. Sicher waren dies keine ruhigen Zeiten für die Bewohner des Kastells: während des gesamten 13. und 14. Jh.s wird nur von Angriffen, Plünderungen und Belagerungen berichtet. Die bedeutendste Plünderung geht auf einen Verrat im Jahr 1396 zurück: der Besatzungskommandant "verkaufte" Monticchiello für 2000 Gulden an Florenz. Die Stadt mit dem Lilienwappen hielt das Kastell bis zum Jahr 400, als es wieder an Siena ging. Dann folgte eine lange Zeit des Friedens und des wirtschaftlichen Aufschwungs, bis gegen Hälfte des 16. Jh.s der Krieg der Spanier und Deutschen gegen Frankreich ausbrach. Beide Seiten suchten Verbündete in den italienischen Kommunen, und Siena unterstützte die Spanier. Monticchiello und die anderen Festungen im Orcia-Tal mussten sich dem Krieg stellen. In einer mit Heldenmut geschlagenen Schlacht im März 1553 zwangen die Garnisonen von Monticchiello die kaiserlichen Truppen zum Rückzug. Als am 3. April 1559 der Frieden von Chateau Cambresis den Krieg beendete, verließen die französischen Truppen die Toskana und alle Festungen im Orcia-Tal unterwarfen sich der Familie Medici. Während des 17. Jh.s erlebte das Kastell einen rapiden Abstieg, wurde beinahe geschliffen und verlassen, die Garnisonen aufgelöst und die Mauern teilweise eingerissen. |

 Seit mehr als 20 Jahren gelingt der Kompanie des Bauerntheaters (Teatro povero) von Monticchiello, einem Dörfchen in den Hügeln bei Pienza, eine besonders interessante und lebensnahe Form von Kultur. Ab Ende Juli, und fast den ganzen August hindurch bringen die Bewohner in allabendlichen Vorstellungen auf dem Dorfplatz ein vollständig von ihnen selbst geschriebenes und inszeniertes Stück auf die Bühne. Selbst Musik und Bühnenbild sind von der Dorfgemeinschaft komponiert bzw. entworfen. In den letzten Jahren gliedern sich die Stücke, die in der typischen Mundart des Orcia-Tals gehalten sind, in zwei Teile: der erste behandelt die Vergangenheit des bäuerlichen Lebens in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, der zweite dagegen aktuellere Themen und Aspekte. Das Theaterspiel der Leute von Monticchiello hat sich vom "volkstümlichen Experiment" zu einem bedeutenden Beispiel für das Theater in Italien entwickelt, und erfreut sich positiver Resonanz von Seiten des Publikums und der Kritik.
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